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Premiere! One Nation Dance - Internationales Tanzprojekt

Grenzüberschreitungen auf der Bühne

Internationales Tanzprojekt „One Nation Dance“ im Bürgerhaus Oslebshausen

VON LISA URLBAUER

Mehr als 50 Jugendliche stehen auf der Bühne im Bürgerhaus Oslebshausen. Die Musik ist laut, sie feuern sich gegenseitig an – und sie tanzen gemeinsam. Die Zwölf- bis 24-Jährigen, sie kommen aus Finnland, Palästina und Bremen und sind Teil des internationalen Tanz- und Austauschprojektes „One Nation Dance“. In der vergangenen Woche haben sie ihre Ergebnisse in drei Auftritten vorgestellt.
Unter dem Motto „Crossing Over“, Grenzüberschreitung, haben Anne Kauhanen und Arton Veliu von „xbyz“ junge Tänzerinnen und Tänzer aus drei Ländern zusammen auf die Bühne gebracht. „Jede Gruppe zeigt eine eigene Interpretation des Themas“, sagt Anne Kauhanen. „Und am Ende gibt es eine gemeinsame Szene der Jugendlichen.“ Angelehnt ist das Projekt an den „One Nation Cup“, der seit 2006 vom Sportgarten Bremen organisiert wird und junge Fußballerinnen und Fußballer aus aller Welt zu einem Turnier zusammenbringt.
Anne Kauhanen sagt nur ein paar kurze Worte zum Projekt, dann gibt sie die Bühne für die jungen Künstlerinnen und Künstler frei. Eröffnet wird das Stück durch Cristina aus Palästina, Santeri aus Finnland und Oguzhan aus Bremen. Sie tanzen jeder für sich, sie begrüßen sich, sie tanzen gemeinsam. „Die Szene zwischen den Aufritten der einzelnen Gruppe haben die Jugendlichen während des Austauschs gestaltet“, sagt Kauhanen.
Zehn Tage lang haben die Tänzerinnen und Tänzer gemeinsam verbracht und eine gemeinsame Choreografie erarbeitet. Unterschiedliche Sprachkenntnisse seien kein Problem gewesen, erzählt Oguzhan, Tanzen sei schließlich eine Weltsprache. „Dieses Projekt ist der Beweis, das Kunst kulturübergreifend ist“, so der 19-Jährige. „Wir sind sofort zu einer Gruppe zusammengewachsen.“
Oguzhan hat zusammen mit Arton Veliu von „xbyz“ die Choreografie der Bremer Gruppe erarbeitet – und die aktuelle Flüchtlingsthematik tänzerisch umgesetzt. „Es geht darum, sein eigenes Land zu verlassen, zu fliehen und um die Dinge, die unterwegs passieren können,“ erzählt Oguzhan. „Wenn man dann angekommen ist, muss man sich selbst erstmal finden und hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.“ Das Tanzen gebe einem die Möglichkeit, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, so Oguzhan. „Seit Januar arbeiten wir an der Choreografie“, sagt Arton Veliu. „Einige Tage lang haben wir uns auch intensiv mit der Bedeutung von ,Crossing Over‘ beschäftigt.“ Trainiert wird in den Bürgerhäusern Oslebshausen, Weserterrassen und Obervieland – gemeinsam mit dem Tagungshaus Bredbeck in Osterholz-Scharmbeck und dem Sportgarten die deutschen Partner des Projektes.
Angereist aus Bethlehem ist die Gruppe der palästinischen Tänzerinnen und Tänzer: das „Diyar Dance Theatre.“ Sie beginnen ihren Auftritt mit heiterer Musik und Folklore-Tänzen. Wenig später wird die Musik melancholischer, Trauer und Verzweiflung spielen sich im Tanz wieder. „Wir wollen dem Publikum eine Geschichte zeigen, die wir so erleben“, sagt Cristina. „Wir wollen die Schwierigkeiten zeigen, die man als Palästinenser in unserer Stadt erlebt – denn wir können nicht so leben, wie die anderen.“ Mit einer Mischung aus Folklore und Modern Dance möchten sie einen Teil ihrer Kultur näher bringen, so die 23-Jährige.Die aus Südfinnland stammenden Jugendliche überschritten mit ihrer Perfomance persönliche Grenzen und Ängste, erzählt der 16-Jährige Santari. „Es ist super mit so vielen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten“, lautet sein Fazit.

Quelle: Weserkurier, 13. 06 2016

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die Projektteilnehmer